Friedensengel von St. Anna

Kunst und Kirche

Kunst, die Räume öffnet

Kirchen sind nicht nur Orte des des Gottesdienstes. Sie sind auch Räume voller Kunst, Geschichte und Geschichten. Gemälde, Skulpturen, Glasfenster, Altäre und moderne Installationen erzählen davon, wie Menschen zu unterschiedlichen Zeiten über Gott, Hoffnung, Frieden, Leid und das Leben nachgedacht haben. 

Manche Kunstwerke erschließen sich sofort, andere bleiben rätselhaft. Sie laden dazu ein, genauer hinzusehen, eigene Gedanken zu entwickeln und vielleicht etwas zu entdecken, das sich nicht einfach in Worte fassen lässt. In den evangelischen Kirchen Augsburgs begegnen sich dabei jahrhundertealte Kunst und zeitgenössische Gestaltung. Auf dieser Seite wollen wir Ihnen einige davon präsentieren.

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Steht in der Fuggerkapelle von St. Anna: die Dauchergruppe

St. Anna – Die Dauchergruppe

Die sogenannte Dauchergruppe in der Fuggerkapelle von St. Anna Augsburg entstand vermutlich zwischen 1512 und 1517 und stammt von dem Bildhauer Hans Daucher. Im Mittelpunkt steht der tote Christus. Ein Engel hält seinen Leichnam und zeigt ihn der Gemeinde zur Beweinung und „Erbärmde“. Christus trägt die Dornenkrone und die Wundmale der Kreuzigung. Sein Leiden ist noch deutlich sichtbar: im schmerzverzerrten Gesicht ebenso wie in seinem erstarrten, halb eingeknickten Körper. 

Maria und Johannes stehen ihm zur Seite und stützen seine leblosen Hände. Gleichzeitig halten sie das noch gefaltete Grabtuch, das bereits um den Körper Christi gelegt ist. Die Figurengruppe ist jedoch mehr als eine Darstellung von Trauer und Tod. Die Dauchergruppe verbindet das Leiden und Sterben Jesu mit der christlichen Hoffnung auf Auferstehung und ewiges Leben.

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Klotz / Dekanat
Die Goldschmiedekapelle von St. Anna

St. Anna – Fresken in der Goldschmiedekapelle

Die Goldschmiedekapelle in St. Anna Augsburg bewahrt einen außergewöhnlichen Bestand mittelalterlicher Fresken. Die Wandmalereien stammen aus unterschiedlichen Epochen und erzählen biblische Geschichten ebenso wie Legenden von Heiligen. Die ältesten Fresken entstanden in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und sind der heiligen Helena und dem Apostel Jakob gewidmet. Beide galten als Schutzheilige der Pilger und spielten auch für die Stiftung der Kapelle durch das Ehepaar Hirn eine wichtige Rolle.

Auf der Nordwand wird die Legende von der Auffindung des Kreuzes Christi durch die heilige Helena erzählt. Helena entdeckt der Überlieferung nach die drei Kreuze von Golgatha – doch zunächst ist unklar, welches davon das Kreuz Jesu ist. Erst eine sogenannte Kreuzprobe bringt Gewissheit: Als das wahre Kreuz über einen Toten gehalten wird, erwacht dieser zum Leben. Die Südwand zeigt den Sieg des Apostels Jakob über den Zauberer Hermogenes, und wie dieser schließlich Jakob nachfolgt.

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Der Friedensengel von St. Anna

St. Anna – Der Friedensengel

Hoch über der Kanzel von St. Anna steht ein Engel, der weit mehr ist als Kirchenschmuck. Er vereint gleich drei Rollen und erzählt damit von Gericht, Frieden und Freude. 

Als Gerichtsengel hält er das Buch mit den sieben Siegeln aus der Offenbarung des Johannes in der Hand. Zugleich erinnert das Buch an den Westfälischen Frieden, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete. Als Friedensengel trägt er einen Palmzweig – ein altes Zeichen für Frieden und Versöhnung. Und als Jubelengel erhebt er seine Trompete und verkündet den Friedensschluss. 

In St. Anna werden regelmäßig Führungen angeboten. Hier finden Sie mehr Informationen.

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Das Christuskind in der Barfüßerkirche

Barfüßerkirche – Das Christuskind

Nach einem Bombenangriff im Jahr 1944 liegt die Barfüßerkirche in Flammen. Während einer Bombenpause, so wird erzählt, geht eine Frau aus der Gemeinde in die brennende Kirche. Neben der zerstörten Kanzel findet sie das Christuskind auf dem Boden und bringt es in einen Luftschutzkeller. So bleibt eines der eindrucksvollsten Kunstwerke der Kirche erhalten. 

Geschaffen wurde das segnende Christuskind um 1632/33 von Georg Petel, einem der bedeutenden Bildhauer seiner Zeit. Die rund einen Meter hohe Figur aus Lindenholz stand ursprünglich auf dem Schalldeckel der barocken Kanzel. Zunächst hielt sie ein Kreuz in der Hand, 1750 kam eine Weltkugel hinzu. 

Bemerkenswert ist auch, dass ihre farbige Fassung offenbar weitgehend authentisch erhalten blieb. Heute steht das Christuskind auf einem Wandpodest im Chorraum.

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In der Barfüßerkirche: das Kruzifix

Das Kruzifix in der Barfüßerkirche 

Das Kruzifix in der Barfüßerkirche schuf Georg Petel 1631 ursprünglich für das städtische Hospital beim Roten Tor. Zur Figurengruppe gehörten auch die trauernde Maria und Johannes – diese beiden Assistenzfiguren befinden sich heute im Maximilianmuseum. 

Christus ist nach einem aufwühlenden Todeskampf dargestellt: Der Kopf ist gesenkt, der Körper leblos. Gleichzeitig wirken die wallenden Haare und das wie vom Wind bewegte Lendentuch erstaunlich lebendig. Gerade dieser Kontrast zwischen Tod und Bewegung verleiht der 173 Zentimeter hohen Lindenholzfigur ihre besondere Spannung. Georg Petel gehörte zu den bedeutendsten Bildhauern seiner Zeit und erhielt 1625 in Augsburg das Bürger- und Meisterrecht. Das Kruzifix befindet sich heute als Dauerleihgabe in der Barfüßerkirche.


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