Confessio Augustana

Confessio Augustana

1530 wird das Augsburger Bekenntnis («Confessio Augustana») vor Kaiser und Reichsständen in Augsburg von Philipp Melanchthon öffentlich vorgetragen. Er hat den Text in Zusammenarbeit mit Martin Luther verfasst.

Hauptthema ist die befreiende Kraft des Glaubens an Jesus Christus gegenüber den lebensvernichtenden Zwängen des Leistungsdenkens. Der Mensch wird von Gott wertgeschätzt und angenommen, wie er ist. Aus diesem Grundvertrauen heraus, «wertvoll» zu sein, können wir uns selbst und unseren Mitmenschen liebevoll begegnen, können ohne Sorge um uns selbst Verantwortung für unsere Welt übernehmen.

Die Frage nach der Wahrheit ist nicht entschieden: Um die Wahrheit muss gestritten werden. Kein kirchliches Lehramt darf sie abschließend beantworten.
Was die Kirche eint, ist das echte Predigen des Wortes Gottes und die Feier der Sakramente Taufe und Abendmahl gemäß ihrer Einsetzung. Kirchenordnungen, Zeremonien und Bräuche können dagegen ganz unterschiedlich sein.

Päpstliche und Lutheraner können sich in Augsburg nicht einigen, die Lehrmeinung der «Protestanten» wird verworfen.

Die Confessio Augustanan ist heute die Lehrgrundlage von 145 evangelischen Kirchen in 98 Ländern weltweit, denen rund 72 Millionen Christen angehören. Sie sind Mitglieder im Lutherischen Weltbund. Weltweit tragen viele evangelische Kirchengemeinde den Zusatz C.A. oder A.B. in ihrem Namen, der auf das Bekenntnis verweist.